lmb_words_poetry_Träumerei

vor schwarzem himmel zucken blitze
durch die kalte sommernacht
regen peitscht in dunklen straßen
über die der mondschein wacht

menschen sieht man kaum noch hier,
vor der einsamkeit geflüchtet
sind fast alle, ausnahmslos
hier sitzt nur der, der von ihr dichtet

ich allein bin hier und schreib'
darüber, was ich mir gerad' denk'
und mache jedes einzelne wort
gerade dir nun zum geschenk

ich spreche, ohne doch zu reden
mit menschen, die mir so vertraut
doch du liegst grad auf sand gebettet
die träume hab' ich mir verbaut

vom roten sonnenuntergang
am schönen strand in fernen ländern
doch ein traum wird auf lange zeit
nichts wesentliches hier verändern

denn träume sind, das weiß man schon
ganz generell im allgemeinen
nicht mehr als bloße träumerei
die meinen genau wie die deinen

nun fängt der regen wirklich an
ich sitze hier, den stift umschlungen
nun ist der kreis zum anfang hin
gerade eben noch gelungen

das wetter, fällt mir gerade auf,
ist wie ein quell für alle dichter
über schnee und über sturm
und über helle nordlandlichter

doch eins wird oft, selbst von berühmten
männern und auch fraun vergessen
sie sind viel mehr auf reim und vers
als auf die aussage versessen

doch sie ist das, was ein gedicht
zu etwas ganz besondrem macht
sogar ein solch banales ding
über eine regennacht